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Es gibt sie zwei- oder dreirädrig, mit Transportkiste oder Ladeplattform, wasserdicht, crashoptimiert, mit stoßgedämpften Sitzen oder Kindertüren. Die Rede ist von sogenannten Cargo E-Bikes. Dabei handelt es sich um Lastenfahrräder mit einem Elektromotor. Während es herkömmliche Lastenräder auf unseren Straßen bereits seit vielen Jahren gibt, ist die Kombination aus Lastenfahrrad und E-Bike ein neuer Trend, der viele nützliche Vorteile mit sich bringt.

EXPERTENBEITRAG

Der Markt für E-Lastenräder boomt

Das neue Statussymbol

07.05.2021 | Autor: Michael Köhler

Es gibt sie zwei- oder dreirädrig, mit Transportkiste oder Ladeplattform, wasserdicht, crashoptimiert, mit stoßgedämpften Sitzen oder Kindertüren. Die Rede ist von sogenannten Cargo E-Bikes. Dabei handelt es sich um Lastenfahrräder mit einem Elektromotor. Während es herkömmliche Lastenräder auf unseren Straßen bereits seit vielen Jahren gibt, ist die Kombination aus Lastenfahrrad und E-Bike ein neuer Trend, der viele nützliche Vorteile mit sich bringt.

Lastenfahrräder mit Elektromotor sind vielseitig als Transportmittel einsetzbar
© FISCHER

Modelle immer innovativer

Wie der Name bereits verrät, sind Lastenräder dafür gedacht, schwere oder sperrige Ladung zu transportieren, die mit einem herkömmlichen Fahrrad kaum oder gar nicht bewegt werden kann. Wer auf kürzeren Strecken innerhalb der Stadt zum Beispiel Einkäufe, Pakete oder auch Kinder von A nach B befördern möchte, ist mit einem elektrobetriebenen Lastenfahrrad günstig und schnell unterwegs. Der Transportkasten oder die Ladefläche befindet sich bei einspurigen Modellen zwischen Lenksäule und Vorderrad („Long John“) bzw. bei „Dreirädern“ zwischen den beiden Vorderrädern. Voluminöse Lasten lassen sich dank der Unterstützung durch den Elektromotor viel leichter in Bewegung setzen oder bergauf fahren, wodurch auch weniger kräftige Menschen das Lastenrad problemlos nutzen können. Dafür sorgen neben dem Motor auch die sehr stabile Bauweise und der robuste Rahmen. Besonders für Vielfahrende haben sich Cargo E-Bikes zu einer würdigen Alternative zum Auto entwickelt. Vor allem auch, weil die Hersteller immer erfindungsreicher werden. Denn je nach Transportzweck haben Kunden längst nicht mehr nur die Wahl zwischen Ladebox oder offener Ladefläche. Zweispurige Modelle mit Neigetechnik sorgen beispielweise dafür, dass die Ladung während der Fahrt nicht kippt, während besonders kompakte Modelle die hohe Zuladung mit der Wendigkeit eines normalen Fahrrads verbinden. Hinzu kommen Extras und Spielereien wie Armlehnen, Insektenschutz, auslaufsichere Hundenäpfe oder USB-Anschlüsse zum Aufladen des Smartphones.

Auf zum Familienausflug

Ist man auf dem E-Lastenrad hauptsächlich mit Kindern unterwegs, ist eine sichere Ausstattung besonders wichtig. Familientaugliche Cargo E-Bikes bieten bis zu vier Kindern Platz, die auf der Sitzfläche der Transportkiste mit Dreipunkt- oder 5-Punkt-Gurten gesichert werden sollten. Darüber hinaus können ein Regenverdeck und ein Sonnendach sinnvoll sein, wie auch eine Zusatzbeleuchtung, verstellbare Kopfstütze und Feststellbremse. Anders als in einem Kinderanhänger, können durch die hohe Zuladung von bis zu 250 Kilogramm problemlos auch ältere Kinder transportiert werden. Je nach Modell dürfen dank optionalem Maxi-Cosi-Adapter auch Babys mit an Bord. Die nicht genutzte Fläche können Mütter und Väter für das Abstellen von Einkaufstüten, Taschen oder Spielzeug nutzen.

Wissenswertes für Kaufinteressierte

Ein neues Cargo E-Bike ist in einer Preisspanne zwischen 3.000 und 6.000 Euro, mit Sonderausstattungen auch mehr, erhältlich. Wichtig beim Transport von besonders schwerer Ladung ist, dass das zulässige Gesamtgewicht nicht überschritten wird: Je nach Modell dürfen Lastenräder mit Ladung und Fahrer insgesamt bis zu 250 Kilo wiegen. Es empfiehlt sich, im Fachgeschäft unterschiedliche Modelle auszuprobieren und das benötigte Zusatzequipment genau zu planen.

Paketzustellung leicht gemacht

Neben dem privaten Transport von Kindern oder persönlichen Gegenständen können Cargo E-Bikes auch ein Ersatz für den gewerblichen Lieferverkehr sein. Denn mit dem Boom des Onlinehandels haben in den vergangenen Jahren die Verkehrsbelastungen durch Zustelldienste massiv zugenommen. Besonders betroffen sind innerstädtische Wohngebiete mit engen und häufig zugeparkten Straßen. Experten schätzen, dass rund 20 Prozent aller Lieferungen per (E-)Lastenrad abgewickelt werden können. In einigen Großstädten sind bereits entsprechende Projekte gestartet. Darüber hinaus testen diverse Städte erste E-Lastenrad-Mietstationen: Die ausleihbaren Räder bieten Nutzern die Möglichkeit, schwere Gegenstände wie Elektrogroßgeräte oder Getränkekisten bequem bis vor die Haustür zu transportieren. Innovativ voran geht unter anderem Bonn: Hier steht ein elektrisch angetriebenes Lastenrad allen Innenstadthändlern zur Verfügung. Hat der Kunde eine Ware bei einem Händler gekauft, so kann dieser anbieten, die Ware per Rad nach Hause liefern zu lassen.