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Der Elektromobilität gehört die Zukunft. Wer sich für den Kauf eines Elektroautos oder Plug-in-Hybrids entscheidet, sollte aber vor allem die Lademöglichkeiten vorher ausloten. Mit einer Wallbox, die sich an der Wand oder mittels Standfuß auf dem Boden befestigen lässt, kann man den Wagen bequem zu Hause aufladen. Wer sein E-Auto unterwegs laden möchte, muss eine öffentliche Ladestation ansteuern. „Die Reichweite neuer Elektroautomodelle hat in den letzten Jahren stetig zugenommen, viele E-Autos schaffen mit voller Batterie mühelos 200 Kilometer“, sagt Dr.-Ing. Matthias Dürr, Leiter des Kompetenzzentrums Elektromobilität NRW. Somit steht der täglichen Fahrt zur Arbeit oder zum Einkauf mit einem E-Auto nichts im Wege.

Größte Herausforderung sind weite Strecken

E-Autos laden

Autor: Alexander Lorber

Der Elektromobilität gehört die Zukunft. Wer sich für den Kauf eines Elektroautos oder Plug-in-Hybrids entscheidet, sollte aber vor allem die Lademöglichkeiten vorher ausloten. Mit einer Wallbox, die sich an der Wand oder mittels Standfuß auf dem Boden befestigen lässt, kann man den Wagen bequem zu Hause aufladen. Wer sein E-Auto unterwegs laden möchte, muss eine öffentliche Ladestation ansteuern. „Die Reichweite neuer Elektroautomodelle hat in den letzten Jahren stetig zugenommen, viele E-Autos schaffen mit voller Batterie mühelos 200 Kilometer“, sagt Dr.-Ing. Matthias Dürr, Leiter des Kompetenzzentrums Elektromobilität NRW. Somit steht der täglichen Fahrt zur Arbeit oder zum Einkauf mit einem E-Auto nichts im Wege.

Mit der Wallbox lässt sich das E-Auto bequem zu Hause laden.
© Herr Loeffler / Adobe Stock

Ladestationen für zu Hause

„Am besten lädt man sein Elektrofahrzeug dort, wo es die meiste Zeit steht“, erklärt Matthias Dürr. Das dürfte in der Regel ein privater Stellplatz – die Garage oder der Carport zu Hause – oder der Firmenparkplatz des Arbeitgebers sein. Dafür gibt es Ladestationen, sogenannte Wallboxen, die sich ans elektrische Stromnetz anschließen lassen. Die Installation muss eine Elektrofachkraft übernehmen. Die haftet für den fachgerechten Einbau und führt die Anmeldung beim Netzbetreiber durch. Ist die Wallbox montiert, wird einfach ein Stecker ins Fahrzeug und in die Wallbox gesteckt. Die Ladedauer hängt von der Leistungskapazität der Wallbox und dem Bordladegerät des Elektroautos ab. Eine Wallbox kostet je nach Modell zwischen 500 bis 2.000 Euro. Das Land NRW fördert Unternehmen und Privatpersonen, die im privaten Raum Ladestationen installieren möchten. Voraussetzung ist der Bezug von Ökostrom oder die Eigenerzeugung, etwa über eine Photovoltaikanlage.

Der Vorteil beim Laden zu Hause: Die Nutzer können selbst entscheiden, von welchem Anbieter sie ihren Strom beziehen: „Die Stecker für E-Autos sind europaweit genormt. Es besteht also keine Gefahr, dass der Stecker nicht passt“, versichert Dürr. Grundsätzlich lässt sich ein Elektroauto auch an jeder Haushaltssteckdose aufladen. „Das ist aber nicht empfehlenswert, weil unsere Steckdosen nicht für langes Laden mit andauernd hohen Leistungen ausgelegt sind. Im Ernstfall kann das Stromkabel überhitzen und einen Brand auslösen“, warnt der Experte. Die Wallbox bietet hier mehr Sicherheit, weil sie über eine Schutzeinrichtung gegen Gleich- und Wechselstromfehler verfügt. Zudem bietet sie gegenüber der Haushaltssteckdose eine höhere Ladeleistung, was den Ladevorgang beschleunigt.

Die Ladeinfrastruktur wächst

Für das Laden im öffentlichen und halböffentlichen Raum gibt es in Deutschland insgesamt knapp 50.000 Ladepunkte an ca. 19.000 Standorten. Der Bund treibt den Ausbau stetig weiter voran, auch mit finanziellen Anreizen wie dem „Förderprogramm Ladeinfrastruktur“. Bis 2030 soll es im gesamten Bundesgebiet insgesamt eine Million Ladepunkte geben. An vielen Tankstellen und öffentlichen Plätzen findet man bereits Ladesäulen, um das E-Auto zu laden. „Dabei geht es weniger um das tägliche Laden, sondern vielmehr um das Bewältigen von längeren Strecken“, betont Dürr.

Dr.-Ing. Matthias Dürr
© privat

Wer zum Beispiel an einem Tag von Köln nach München fahren will, muss in der Regel mindestens einmal zwischenladen. Dabei ist nicht nur die Verfügbarkeit von Ladepunkten wichtig, sondern auch die Ladeleistung: „Man will unterwegs ja nicht drei Stunden an der Ladesäule warten“, sagt Dürr. Am schnellsten geht es an Ultra-Schnellladestationen mit bis zu 450 Kilowatt Leistung, wo sich das Laden gut mit einer Kaffeepause kombinieren lässt. „Es wird auch schon an Systemen gearbeitet, die ein Megawatt leisten. Mit so einer Leistung können Sie wirklich in sehr kurzer Zeit Ihr Fahrzeug laden“, so Dürr. Wer längere Strecken mit dem E-Auto fahren will, sollte die Route am besten vorher sorgfältig mit der Karte planen.

Kostenlose Parkplätze für E-Autos

Durch das 2015 in Kraft getretene Elektromobilitätsgesetz genießen E-Autos in vielen Kommunen Privilegien, etwa auf Parkplätzen mit öffentlichen Ladesäulen: In Berlin zum Beispiel dürfen Elektroautos während des Ladevorgangs an Ladesäulen kostenlos parken. Als Nachweis genügt das E-Kennzeichen am Fahrzeug. In Hamburg werden Verbrenner, die auf Parkplätzen mit einer Ladesäule parken, ohne Vorwarnung abgeschleppt. Wer sein Fahrzeug an einer Ladesäule im öffentlichen Raum auftanken will, stößt dabei oftmals auf verschiedene Bezahlsysteme.

In vielen Kommunen parken Elektroautos kostenfrei.
© Malte Reiter / Adobe Stock

Während früher Ladesäulen häufig nur mit Betreiber-eigenen RFID-Ladekarten genutzt werden konnten, können heute viele Ladesäulen mit betreiber- und regionsübergreifenden Ladekarten genutzt werden. „Zudem gibt es Ladesäulen mit einem Ad-Hoc-Ladesystem ohne vorherige Registrierung. Dort muss man mit dem Smartphone einen QR-Code scannen, wird auf eine Webseite geleitet und kann dort die Zahlungsdaten – z. B. für PayPal oder Kreditkarte – eingeben“, erklärt Dürr. Leider gebe es noch zu viele verschiedene Tarife, kritisiert der Experte. Ein einheitlicher Standard sei begrüßenswert.

Auch für Ladesäulen gilt das Eichrecht

Große Fortschritte gibt es hingegen beim Eichrecht. Viele Ladesäulen im öffentlichen Raum waren bisher nicht eichrechtskonform. Das Eichrecht soll sicherstellen, dass eine Messung korrekt verläuft, damit der Kunde genau die Menge an Strom erhält, für die er bezahlt hat. Die Mess- und Eichverordnung (MessEV) besagt, dass die gesetzliche Eichpflicht auch für „Messgrößen bei der Lieferung von Elektrizität“ gilt, sofern diese Messungen „zur Verwendung im geschäftlichen oder amtlichen Verkehr“ dienen. Das Laden von E-Autos unterliegt demnach der Eichpflicht. Seit 31. März 2019 müssen in Deutschland alle öffentlichen Ladesäulen eichrechtskonform sein. „So können Sie sich als Nutzer darauf verlassen, dass die Rechnung stimmt und das im Zweifel auch überprüfen lassen“, bestätigt der Leiter des Kompetenzzentrums Elektromobilität NRW.